Beteiligungsstufe Information:
Die Beteiligungsstufe der Information dient in erster Linie dazu Informationen über Vorhaben, Projekte oder Maßnahmen transparent zu machen. Dadurch können Konflikte oder beispielsweise ein möglicher Shitstorm vorgebeugt sowie eine Maßnahmne nahhaltig legitimiert werden. Die Stufe der Information wird oft schon durch eine gut geplante Öffentlichkeitsarbeit bedient, indem Ergebnisse und Planungsstände von Vorhaben regelmäßig mit der betroffenen Öffentlichkeit geteilt werden.
Geringer Aufwand:
Etwas größerer Aufwand:
- Charrette (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 95)
- Partizipative Rasche Erhebung (lokale-demokratie.de)
- Bar Camp (gut-beteiligt.de)
Beteiligungsstufe Mitwirkung:
Die Beteiligungsstufe der Mitwirkung ermöglicht Beteiligten über die reine Information hinaus auch die Möglichkeit Hinweise, Tipps und Anregungen zu vorgestellten Plänen, Entwürfen oder Maßnahmen abzugeben. Diese Methode ist gerade spannend, da einem als Planer:in vielleicht eine eigene Fachblindheit vorliegt und ggf. wichtige Aspekte übersieht. Wichtig ist hier, – und das sollte auch so kommuniziert werden – dass die Entscheidungshoheit immer bei den Planenden liegt.
Geringer Aufwand:
- Stadtteil-Spaziergang
- 635-Methode
- Ampelmethode
- Denkhüte
- World Café (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 131)
- Fishbowl
- Fokusgruppe
- Diskursive Bürgerversammlung (gut-beteiligt.de)
Etwas größerer Aufwand:
- Runder Tisch
- Aktivierende-Befragung
- Bürgergutachten / Planungszelle
- Open Space (gut-beteiligt.de)
- Konfliktlösungskonferenz (gut-beteiligt.de)
- Charrette (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 95)
- Deliberative Mapping (Beteiligungskompass)
- Konsensuskonferenz (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 105)
- Bar Camp (gut-beteiligt.de)
Beteiligungsstufe Mitentscheidung:
Beteiligte können über z. B. Ziele und Maßnahmen mitentscheiden und -bestimmen. Der Einfluss auf die Planung hängt vom Grad der Mitentscheidung ab. Darf darüber entschieden werden wo eine Bank steht oder welche Farbe eine Bank hat? Die Stufe der Mitentscheidung eignet sich besonders für partnerschaftliche Kooperationen. Maßnahmen und Projekte werden so stark legitimiert und Konflikte vorgebeugt.
Geringer Aufwand:
- World Café (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 131)
- Zukunftswerkstatt (gut-beteiligt.de)
- Crowd Wise (Beteiligungskompass)
Etwas größerer Aufwand:
- Runder Tisch
- Dragon Dreaming
- Open Space (gut-beteiligt.de)
- 21st Century Town Hall Meeting (gut-beteiligt.de)
- Anwaltsplanung
- Charrette (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 95)
- Zukunftskonferenz (gut-beteiligt.de)
- Konsensuskonferenz (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 105)
- Planning for Real (Handbuch für Bürgerbeteiligung, S. 123)
- Appreciative Inquiry (stadtteilarbeit.de)
- Bürgergutachten / Planungszelle
- Perspektivenwerkstatt (stadtteilarbeit.de)
Beteiligungsstufe Selbstverwaltung:
Diese Stufe ermöglicht Bürger:innen selbst verbindlich über Maßnahmen und Projekte zu entscheiden. Diese Stufe geht seitens der Planer:innen und Projekträger:innen vielleicht mit Angst einher, da die Macht gänzlich bei Personen liegt, welche nicht immer ein fachlich spezifisches Wissen aufweisen. Wir möchten Ihnen deshalb in dieser Kategorie Best-Practice-Beispiele vorstellen, um aufzuzeigen, dass Projekte dieser Beteiligungsstufe oft auch erfolgreich und nachhaltig sein können:
- Quartiersräte
Seit 2005 gibt es in allen Quartiersmanagementgebieten einen Quartiersrat. Dieser setzt sich aus freiwilligen Anwohner:innen und Akteur:innen aus dem Kiez zusammen und wird alle zwei Jahre demokratisch im QM-Gebiet neu gewählt. Die Mitglieder:innen des Quartiersrats entwickeln und entscheiden über Projekte, die im Quartier gefördert werden sollen. Hierbei handelt es sich um Nachbarschafts-Aktionen, Nachhaltigkeitsprojekte oder in seltenen Fällen um kleinere oder größere Bauprojekte.
- Aktionsfondjury (QM Auguste-Viktoria-Allee)
In den Quartiersmanagement-Gebieten gibt es zusätzlich eine Aktionsfondsjury, die über kleine und kurzfristige Projekte entscheiden kann. Der Fokus liegt hierbei auf ehrenamtlichen Projekten, welche die Gemeinschaft und Stadtteilkultur beleben. Diese Projektanträge werden mit bis zu 1.500 Euro gefördert. Die Aktionsfondjury setzt sich aus Anwohner:innen ab 16 Jahren zusammen
- Haus der Statistik – Bauvorhaben auf berlin.de
Die Kooperation „Haus der Statistik“ in Berlin Mitte schloss sich zusammen nachdem die Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser (AbBA) mit einer Kunstaktion die Zukunft des Gebäudes zur öffentlichen Diskussion stellte. Die BVV Berlin-Mitte nahm diese Idee auf und sie wurde in der damals rot-rot-grünen Koalition beschlossen. Die Koop5 setzt sich aus der Senatsverwaltung, dem Bezirk Berlin-Mitte, der WBM, BIM und der ZUsammenKunft Berlin – Genossenschaft für Stadtentwicklung (ZKB eG) zusammen. Die ZKB eG vertritt hierbei den selbst initiierten zivilgesellschaftlich-öffentlichen Teil der Kooperation.
- Nauener Neu! Umgestaltung des Nauener Platzes (Wedding)
Die Initiative „Nauener Neu!“ wurde im Jahr 2004 gegründet. Die Initiative wurde durch das Quartiersmanagement Pankstr./Reinickendorferstr., dem Programm „Soziale Stadt“ und dem Bezirksamt bei der Beteiligung der Anwohner:innen und der Akquise finanzieller Mittel unterstützt. Beteiligung fand während der Planung mit dem Fokus auf Senior:innen, sowie Kinder und Jugendliche statt. Die Umgestaltung des Nauener Platzes wurde mit der Eröffnung 2009 gefeiert.
- Kinder- und Jugendparlament in Tempelhof-Schöneberg (KJP)
Das Kinder- und Jungendparlament in Tempelhof Schöneberg ist ein wichtiger Beitrag bei der systematischen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Seit 2005 wird das Parlament jedes Schuljahr demokratisch neu gewählt und tagt mindestens viermal im Jahr. Das KJP wird mit einer halben Stelle unterstützt und finanziert von der BVV.